• Peter Uhl

Aus Peters Lauftagebuch

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12.10.2017

Heute hatten wir zwei Termine auf unserem Programm. Um 8:30 Uhr war Boarding auf der Body Glove, einem Katamaran, der auch im Wettkampf als Wendeboje nach der Hälfte der Schwimmstrecke eingesetzt wird. Glücklicherweise war das Boot nur zur Hälfte besetzt. Und wir waren eine geschlossene Gesellschaft und wir wurden von Hannes, dem Eigentümer von Hannes Hawaii Tours begleitet. An Bord gab es reichlich Getränke und Snacks wie Bagels, Rolls, Kuchen und Obst. Nach 10 Minuten Bootsfahrt kam der erste Stopp, denn es wurden Spinner Delphine gesichtet. Leider taten die uns nicht den Gefallen zu springen und sich dabei bis zu siebenmal um die eigene Längsachse zu drehen.

Wir fuhren dann weiter die Küste ab und Hannes kommentierte die Küstenlinie und berichtete einiges zur hawaiianischen Geschichte. In einer Bucht wurde geankert und wir wurden zu Verhaltensregeln im Korallenrief informiert. Dann wurden Schnorchelausrüstungen ausgegeben und wir gingen mit der GoPro auf Fischjagd – ab ins Aquarium. Das war schon sehr interessant und farbenfroh was da so im tropischen Pazifik herumschwimmt.

Zwischendurch wurde dann noch ein Sprungwettbewerb durchgeführt, was auch sehr lustig war.

Die 4 stündige Ausfahrt war insgesamt kurzweilig und interessant.

In Kona angekommen gab es erst einmal einen iced cafe latte und eine Pause. Ich nutzte die Zeit um mit meinem Rad zum Garmin Stand zu fahren. Meine Wattmessung zeigte mir an, dass ein Pedal nicht mehr Werte anzeigte. Ein Monteur stellte dann gleich zwei Fehler fest. Zum einem war die Pedalachse etwas gelockert und zum anderen war ein Kontakt für die Batterie im Sender abgebrochen. Der Sender wurde auf Kulanz ausgetauscht und alles wieder montiert. Nun konnte ich mein Fahrrad final für den Wettkampf überprüfen und ausrüsten.  Die Wechselbeutel wollte ich dann morgen Vormittag packen.

Um 18 Uhr war dann das Welcome Bankett für die Ironman Worldchampionship. Eine echte Großveranstaltung mit ca. 5.000 Teilnehmern. Hierzu wurde ein Parkplatz  von ca. 250 m Länge und Breite mit Bühne, Buffetts und Tischen und Stühlen ausgerüstet. Sinnvollerweise wurde der Besucherstrom vom Eingang direkt in die Buffetreihen geleitet und jeder nahm sich seine erste Portion zu Essen mit. Hinter dem Buffet wurden Getränke ausgegeben. Und dann suchte man sich einen Platz und aß. Nachdem die meisten gegessen haben begann die Show mit Gesang, Tänzen, Videos zu Hawaii und dem Wettkampf. Danach gab es von Mark Allen, Mike Reily sowie dem CEO von Ironman Redebeiträge. Das Ganze war einigermaßen unterhaltsam und nach gut zweieinhalb Stunden war die Veranstaltung zu Ende und wir gingen ins Hotel um rechtzeitig schlafen zu gehen.

 

13.10.2017

Und  ein neuer Tag beginnt mit dem Weg zum berühmten Strand um nun mit einigen Hundert Athleten ein letztes Mal vor dem Wettkampf am Wassergefühl zu arbeiten. Da bereits die Arbeiten für den Aufbau der Wechselzone und des Zielbereiches begonnen hatten, waren die Zelte für die Beutelaufbewahrung leider verschwunden.

Heute war es ungewöhnlich wellig und Esther hatte ganz schön zu kämpfen um zum etwa 500 m vom Schwimmeinstieg entfernten Coffeeboat zu gelangen.  Na das kann ja morgen was werden, wenn die Wellen so bleiben sollten. Erst einmal den Kaffee an einem Arm außenbords hängen „genießen“ und aufpassen das kein Salzwasser in den Becher schwappt. Der Rückweg mit der Wellenbewegung war deutlich angenehmer. Aber Orientierung an Bojen war nur auf dem Wellenkamm möglich.  Aber glücklicherweise gibt es für den Rückweg noch den rechten Flügel des King Kamehameha und einen Funkmasten als Orientierungsmöglichkeit.

Nach dem Frühstück noch die restlichen Sachen für die Beutel bike gear und run gear gepackt und den Chip am linken Köchel angelegt und mit einer Sicherheitsnadel gesichert. Den werde ich dann erst im Ziel morgen Abend ablegen.

Mein Nummernblock konnte ab 11:30 Uhr einchecken und wir machten uns zu viert (Ester und unsere Reisebekanntschaften Anke und Dieter aus Wolfsburg) auf dem Weg zum Checkin. Die Athleten wurden alle einzeln in den Weg zur Wechselzone hereingelassen und jeder Athlet wurde vom Sprecher mit Startnummer, Nation und Namen angesagt! Nach Radprüfung wurde jedem Athleten ein Supporter zugeteilt, der einen zum Radständer brachte und dann die Wechselzone rückwärts abging. Also vom Rad zum Ständer für den Beutel run gear zum Umkleidezelt und zum Ständer für die bike gear Beutel und dann weiter zum Schwimmausstieg und dann raus aus der Wechselzone. Kein Athlet durfte sich in der Wechselzone ohne Begleitung bewegen. Man konnte aber von außen den Check In und das Treiben in der Wechselzone beobachten. Nach und nach kamen die ersten Profis und wir konnten direkt am Checkin in einem Restaurant einen Platz auf dem Balkon ergattern. Dort konnten wir alles bestens beobachten und uns mit Burger und Pommes stärken.

Am Nachmittag haben wir dann wieder unseren iced cafe latte mit Blick auf den Pazifik und die Schwimmstrecke „genossen“.

Abends hatten wir uns dann bei Hannes zur Pastaparty im Kona Resort Hotel angemeldet. Dort gab es Spagetti mit Tomaten- und Hackfleischsoße sowie Salat und Erdinger alkoholfrei.

Ich bin dann um 20 Uhr ins Hotel und Esther ist mit Anke und Dieter noch einen Absacker trinken gegangen. Im Hotel habe ich dann den pre swim Beutel gepackt und meine Versorgung für das Rad zusammengestellt.

Um 21:00 ging das Licht aus und der Wecker war für 3:40 Uhr gestellt. Die Nacht war eher unruhig und die Gedanken kamen einfach nicht zur Ruhe.

 

14.10.2017 Race Day

Kurz vor dem Weckerklingeln war ich wach. Als erstes einmal die Kaffeemaschine anstellen und drei Tassen Kaffee kochen, dann Zähne putzen und den Einteiler anziehen. Das Frühstück bestand aus 2 Bananen, Kräcker mit Frischkäse, einem Cliff Bar und den drei Tassen Kaffee.

Der Einlass zum Body Marking war um 4:45 Uhr und da ich gehört hatte, dass hier mit langen Wartezeiten zu rechnen ist wollte ich auch zeitig dort sein. Auf dem Alii Drive bewegte sich eine Karawane von Athleten mit ihren Beuteln in Richtung Wechselzone.

In der Wechselzone ging es nach Blocknummern zum Body marking. Leider hatte das Mädel die Nummer auf dem rechten Arm falsch rum aufgeklebt, also weiter zur correcting zone und runter mit der Nummer und eine neue wurde aus einzelnen Buchstaben auf den Arm geklebt. O.K. das wäre geschafft und ab zum Fahrrad und Schuhe montiert, den richtigen Gang eingelegt, die Versorgung ans Rad angebracht und den Luftdruck wieder auf 8 bar gebracht. In jeder Radreihe liefen 2 Supporter mit Radpumpen herum, so dass das alles sehr schnell ging. Was nun? Noch 90 Minuten bis zum Start sind eine lange Zeit. Ich habe dann noch ein bisschen den Profis zugeschaut und habe mir dann eine Möglichkeit zum Sitzen gesucht.

Noch 30 Minuten bis zum Start, die Profis schwimmen sich ein und ich ziehe mich um. Einteiler und Schwimmanzug drüber. Alle kritischen Stellen wurden mit ordentlich Vaseline eingerieben. Dann die letzte Versorgung mit einem Riegel, 2 Gel und 0,5 l Iso. Und dann kam der erste Kanonenschuss und das Rennen der Profis wurde gestartet und mein Puls stieg. Dann der zweite Schuss und die Profifrauen wurden auf die Reise geschickt. Und nun durfte das größte Starterfeld die männlichen Amateure ins Wasser. Ich sortierte mich in das letzte Drittel ein und entschied nach erstem Blick auf die Bojenreihe, dass ich am rechten Rand mit Abstand zur Startlinie das Rennen beginnen wollte.

Noch 5 Minuten bis zum Start und ich hänge etwa 30 m hinter der Startlinie an der Pier. Noch 1 Minute und ich schwimme noch weitere 10 m vor. Um mich rum ist einigermaßen Platz, vor mir wird es immer dichter. Und dann kommt unser Kanonenschuss und es geht los. Ich schwimme mit langen ruhigen Zügen los und habe immer im Kopf „be patient – its a long day“. Nach etwa gefühlten 300 m wurde es immer voller, da die links gestarteten Schwimmer auf die Ideallinie einschwenkten und mit einmal passierte das, was ich eigentlich vermeiden wollte. Ich war mittendrin und wurde fein „durchgewaschen“ und verlor dabei meine Badekappe. Schlauerweise hatte ich die Brille als erstes angezogen, so dass die am Kopf blieb. Auf der Wettkampfbesprechung hatte man uns erzählt, dass die Kajakfahrer mehrere Ersatzschwimmbrillen dabei haben, aber die Aktion blieb mir erspart. Mittlerweile war ich aus dem Getümmel raus und konnte in meinem Tempo weiterschwimmen. Ich hatte zwar immer andere Schwimmer neben und vor mir, aber die hatten auch keinen Bock auf Stress. So ging es um den Wendepunkt, an dem es naturgemäß ja immer etwas enger wird. So Hälfte geschafft, Arme fühlen sich noch gut an, also versuche ich mal mehr Druck zu machen. Der Rückweg dauert wegen der Strömung länger aber man ist gefühlt schneller unterwegs, da man mit der Wellenbewegung schwimmt. Etwa 500 m vor dem Ende kamen die ersten schnellen Frauen von hinten. Die Mädels waren so schnell, dass ich gar nicht erst versucht habe im Wasserschatten mit zu schwimmen. So blieb ich in meinem Rhythmus und die Pier kam immer näher. So, das schwimmen hatte ich erst mal gut überstanden. Und das Ganze in 1:17:52 und damit etwas unter der 1:20 die ich als Größenordnung geplant hatte. Das hätten wir schon mal im Sack.

Schnell die Treppen hoch, unter die Dusche und den bike gear Beutel gegriffen. Dann ab ins Umkleidezelt und den Schwimmanzug runter, Armlinge und Kopftuch angezogen. Parallel wurde ich von einem Supporter eingecremt, der dann mir auch den Beutel mit den Schwimmsachen abnahm und dann flotten Schrittes zum Pony und den Helm aufgesetzt und schnell raus aus der Wechselzone. Aufgesessen, schnell in die Schuhe schlüpfen, die Schuhe schließen und auf die Palani Road eingebiegen. Von dort aus ging es weiter über eine kleine Schleife zurück zum Alii Drive. Ich versuchte in den Rhythmus zu kommen, was aufgrund der vielen anderen Athleten und der Streckenführung noch nicht gelang aber wie war das Motto „be patient – it´s a long day“.  Dann kamen wir zurück zur Palani und es wurde schnell vorne auf das kleine Blatt gewechselt, denn dieser Abschnitt ist sehr steil und da sollte man sich nicht verschalten. Die Palani hoch im Wiegetritt und dann links ab auf den Queen K Highway für die nächsten 85 km bis zum Wendepunkt in Hawi. Hier wurde es etwas ruhiger und ich kam in meinem Rhythmus. Ich fing an zu trinken um zur nächsten Verpflegung die erste Flasche geleert zu haben. Es kam die Verpflegung und ich konnte umsetzen was ich geplant hatte. Leere Flaschen abwerfen, eine Flasche Wasser greifen und über Brust, Rücken, Armlinge und Kopf gießen und die leere Wasserflasche abwerfen. Dann am Ende der Verpflegung noch eine Flasche Gatorade aufnehmen und weiter ging es. Erstaunlicherweise waren die Getränke alle gekühlt, was bei den Bedingungen sehr angenehm war. Und immer wieder zum Trinken zwingen und alle 10 km zusätzlich kühlen. Alle 30 Minuten gab es einen Schluck aus der Gelflasche (leicht verdünnt und zusätzlich Elektrolyte zugefügt). So ging es in Wellen den Highway lang durch die Lavafelder bis zum Abzweig nach Hawi. Dann ging es überwiegend bergauf und erfreulicherweise kam der Wind nun von vorn. Der Tacho zeigte teilweise nur 18 km/h an aber wie war das Motto „be patient – it´s a long day“. Jetzt nicht die Nerven verlieren,

Puls und Belastung schön gleichmäßig halten und die anderen sind auch nicht schneller. Dann endlich der Wendepunkt – oben angekommen – nun geht’s es wieder in Wellen abwärts. Und bergab wird nicht ausgeruht. Immer schön in Bewegung bleiben und mit 65 km/h den Berg wieder runter und dabei ordentlich eingesammelt. Nun wurden aber die thermischen Mumukuwinde immer stärker und auch böiger. Auf dem Hinweg war ich über die Hochprofilfelgen vorne glücklich nun aber wurde die Fahrt deutlich unruhiger und ich musste öfters auf die Oberlenkerposition umgreifen. Noch 60 km und es ging mir gut. Der Puls lag konstant bei 140 und ich fühlte mich bestens versorgt. Also weiter so mit der Belastung und weiter gut versorgen. Nun ging es rechts ab und die Wechselzone war nur noch 3 km entfernt. Noch schnell was trinken, rechts in die Palani Road einbiegen und aus den Schuhen schlüpfen. Da war auch schon die Wechselzone und der Abstiegsbereich. Beim Absteigen hat mich dann völlig unerwartet ein Muskelkrampf im rechten Bein ereilt und ich stürzte mit dem Rad.

Da lag ich nun wie ein Maikäfer, kam aber schnell auf die Beine und konnte auch den Krampf schnell rausdrücken. Das fehlt ja gerade noch, den Marathon mit einem Muskelkrampf beginnen. Ich konnte aufstehen und mir wurde mein Rad von einem Supporter abgenommen und zurück gebracht. Laufen ging und fühlte sich sogar einigermaßen gut an. Also ab durch die Wechselzone zum run gear Beutel und dann ins Umkleidezelt. Helm, Tuch, Armlinge runter, Kappe, Socken und Schuhe an, noch schnell eincremen lassen und raus auf die Strecke. Was für ein Unterschied gegenüber dem Radfahren. Die Sonne und die Schwüle der Luft waren wir eine Wand – Auweia – was soll das bloß werden? Aber wie war das noch mal „be patient – it´s a long day“. Also bewusst erst einmal langsam losgetrabt – dann kam der erste Teil der steilen Palani Road – den bin ich gegangen um mich zu sortieren – oben angekommen ging es laufend weiter. Dann kam die erste Verpflegungsstation und ab hier etwa jede Meile – und das war auch gut so. Der Schweiß lief in Strömen und ich musste unbedingt kühlen und viel trinken. Die Verpflegungsstellen hatten weitestgehend immer dieselbe Struktur: Schwämme, Wasser, Gatorade, Cola, Eis, Wasser, Schwämme. Manchmal gab es auch noch Obst, Riegel und Brühe. Ich bin in allen Verpflegungsstationen gegangen und zuerst nahm ich zwei Schwämme, einen in den Nacken und einen auf den Kopf, dann einen Becher Gatorade, einen Becher Cola und einen Becher Wasser. Mit Gatorade und Cola bin ich jedenfalls für den Rest des Jahres durch. Und dann gab es becherweise Eis. Einen Becher Eis hinten und einen Becher Eis vorne in den Einteiler gekippt und den dritten Becher Eis in die Kappe und die Kappe wieder auf den Kopf. Und weiterlaufen. Und ich bin von Verpflegung zu Verpflegung gerannt und konnte mit der Strategie einen Schnitt von 5:25 laufen. Mittlerweile war ich auf der Palani Road am Wendepunkt durch und hatte die ersten 10 km hinter mich gebracht. Der Puls blieb bei etwa 140 – soll ich schneller laufen? 10 Schläge mehr wäre doch auch noch o.k.

Aber der Gedanke „be patient – it´s a long day“ hielt mich zurück. Ich wollte sicher finishen und den Marathon durchlaufen. Und es kam ja noch die Lavawüste am Queen K Highway und das gefürchtete Energy Lab. Also so weitermachen. An dem Alii Drive gab es reichlich Zuschauer die einen anfeuerten oder auch mit Gartenschläuchen bespritzten. Manche waren verkleidet und ich sah plötzlich einen Mann als Elvis Presley kostümiert. Ich rief „Elvis is still alive“ worauf ich sofort von ihm eine Sangeskostprobe erhielt. Nun ging es vom Alii Drive wieder zurück Richtung Palani Road. Die Palani ist echt steil und ich hatte mir vorgenommen hier nicht zu laufen, sondern zügig zu gehen. Das taten hier auch viele. Die Athleten hier aber hochrannten hatte ich aber spätestens nach einem Kilometer auf dem Highway wieder im Sack. Belastungsspitzen bringen einen bei solchen

Wettkämpfen um. Und dann ging es in einem ständigen Auf und Ab über den Queen K Highway durch die Lavafelder. Die Sonne brannte unbarmherzig auf uns Triathleten und die Supporter herunter. Hier an der Strecke zu stehen um anzufeuern ober die  Athleten zu versorgen ist auch eine echte Herausforderung.  Die Versorgung klappte weiterhin gut, Tempo und Puls blieben gleich. Zunehmend konnte ich gehende Athleten überholen, die anderen um mich herum hatten offensichtlich mehr Probleme als ich. Dann kam der Abzweig zum gefürchteten Natural Energy Lab. Hier geht es etwa 3 km herunter zum Meer mit angenehmen kühlenden Gegenwind. Auf dem halben Weg herunter hatte Cliff einen Versorgungsstand. Seit dieser Versorgungsstation liebe ich diese Marke. Hier wurde richtig große Schwämme, randvoll gefüllt mit Eiswasser, ausgegeben.

Der totale Hammer in dieser Situation. Dafür hätte ich auch Höchstpreise bezahlt. Einen Schwamm auf der Brust ausgedrückt und den zweiten im Nacken. Herrlich. Schnell noch einen dritten Schwamm für unterwegs gegriffen. Und weiter zum zweiten Wendepunkt. Zurück ging es dann in Wellen wieder hoch zum Queen K Highway und der Wind kam von hinten und brachte praktisch keine zusätzliche Kühlung. Geplant hatte ich hier zu gehen, aber dank der massiven Kühlung durch Cliff konnte ich auch diesen gefürchteten Abschnitt durchlaufen. Oben angekommen ging es mir immer noch den Umständen entsprechend gut. So noch 12 km, es geht dir besser als erwartet, also Tempo nach Gefühl leicht erhöhen, aber die Verpflegungsstrategie beibehalten. Und es verging Kilometer um Kilometer. Etwa 3 Kilometer vor dem Ziel war dann noch der Supporterstand von Hannes mit meiner Frau Esther und anderen aus der Reisegruppe sowie den Hannes Leuten.

Es wurde abgeklatscht und Dieter lief ein Stück neben mir und ich konnte meine Kappe, Brille und leere Gelflasche loswerden. Jetzt ging es wieder rechts in die Palani Road ging. O.K. jetzt sind es noch etwa 2 Kilometer – du hast es geschafft – jetzt noch mal Gas geben. Bergrunter liegt mir und hier konnte ich noch weiter einsammeln, dann rechts ab zurück auf den Alii Drive und Richtung Ziel, mittlerweile mit einer Pace von 4:30. Dann der Zielkanal und es ist noch hell, der Sonnenuntergang beginnt und ich bin gleich im Ziel. Ein Höllenalarm, Zuschauer die schrien und klatschten und dann die Rampe hoch - Finish. Und Mike Reily sagt „Peter – You are an Ironman“. Im Zielbereich gab es dann eine Kette und 2 Supporter hakten mich unter und fragten ob ich medical treatment benötigte. Ich verneinte und sagte, dass ich Hunger habe. Den ganzen Tag nur Wasser, Gel, Cola und Gatorade – ich brauch jetzt was handfestes und salziges.

Da die beiden merkten, dass ich deutlich erhitzt war, wurde mir ein kaltes nasses Handtuch über die Schultern gelegt. Auch das tat wieder gut. Dann gab es erstmal diverse Stücke Pizza und dann Eiscreme. Vom Sitzen und Stehen waren nun die Beine etwas steif und so schlich ich zur T-Shirt und Medallienausgabe. Neben dem Finishershirt gab es auch noch eine Finisherkappe, ein Handtuch und die vorläufigen Wettkampfergebnisse. Ich war mit 11:00:49 deutlich unter meiner Planung von 12 h geblieben und hatte in meiner AK den 21. Platz von 137 Finishern gemacht. Das hätte ich niemals erwartet – aber ich bin dann wohl mit den Witterungsbedingungen besser als viele andere klargekommen. Ab 19 Uhr konnten wir auschecken und ich holte meine Beutel und mein Rad ab. Der kurze Weg zum Hotel war etwas wackelig aber selbst hier wurde man beglückwünscht und bejubelt.

Im Hotel erst einmal raus aus der Pelle und geduscht. Herrlich. Glücklicherweise hatte ich bis auf ein paar Scheuerstellen unter den Armen und einen Kratzer am Unterarm sowie ein aufgeschürftes Knie von meinem Radsturz keine weiteren Blessuren. Da sah ich nach dem Ironman Barcelona aber anders aus. Nach dem ich wieder vorzeigbar war, wollte ich gerne noch mal zur Finishline und etwas von der Stimmung dort aufsaugen. So trafen wir uns mit Anke und Dieter und gingen dorthin wieder zurück. Aber dort war es aber so laut, dass man sich nicht unterhalten konnte. So gingen wir wieder etwas zurück Richtung Hotel und aßen erst mal ein Eis und beobachten von der Eisdiele aus die Athleten die nun noch Richtung Ziel liefen. Hier stellten wir fest, dass ein gemeinsamer Bekannter aus der Hannes Gruppe noch unterwegs war. Den wollten wir noch anfeuern und dieser sollte laut dem Athlete Tracker in ca. 30 Minuten im Ziel sein. Anke organisierte ein paar Dosen Bier und Chips.

Damit bewaffnet setzten wir uns auf die Mauer vor dem Hotel und warteten auf Franz. Und Franz kam nicht und wir bemühten nochmal den Athlete Tracker. Es waren immer noch 30 Minuten – was macht der Kerl eigentlich? Und dann kam er trabend heran und war ansprechbar und freute sich uns zu sehen. Später erzählte er, dass er in der stockdusteren Nacht auf dem Queen K Highway in einen Straßengraben gefallen war, sich dabei glücklicherweise nicht verletzt hatte, aber auf allen vieren aus dem Graben krabbeln musste. Als er wieder auf der Straße war, wusste er aber nicht ob er nun nach links oder rechts laufen muss. Also entschied er einfach zu warten bis jemand vorbei kommt um dann hinter zu laufen. Franz hat dann letztendlich in etwa 16 Stunden gefinisht – it´s a long day!

 

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